
Wir freuen uns, anlässlich seines 75. Geburtstags eine weitere markante Skulptur von Karl Menzen präsentieren zu können. Der Skulpturen Boulevard fügt sich damit in die vielen deutschlandweiten Veranstaltungen und Ausstellungen ein, die an den bedeutenden, 2020 viel zu früh verstorbenen Metallbildhauer erinnern.

KARL MENZEN, o.T.
undatiert, vor 1990,
Edelstahl, Sockel aus Cortenstahl,
230 h x 112 l X 110 B
Am 25. Juli 2025 fand auf dem Skulpturen Boulevard die Vernissage statt, gemeinsam mit dem Wandbild »Las Hijas del Maíz« der kolumbianischen Künstlerin Carolina Amaya. Leider konnte Lisa Menzen, Witwe des Künstlers und engagierte Verwalterin seines künstlerischen Nachlasses, gesundheitsbedingt nicht dabei sein. Die ausgestellte Skulptur ist ein Frühwerk von Karl Menzen, einen Titel hatte er ihr nicht gegeben, leider konnte bisher das genaue Entstehungsdatum nicht ermittelt werden. Auch an der Skulptur selbst und am Sockel fand sich kein Hinweis. Sicher ist nur, dass das Werk vor 1990 entstanden ist. »o.T.« folgt seiner Plastik »Lineament tanzend VIII«, die die letzten 3 Jahre das Gesicht des Boulevards entscheidend mitgeprägt hatte.


Über den Künstler
In den frühen siebziger Jahren zog es den 1950 in Rheinland-Pfalz geborenen Karl Menzen zum Studium der Werkstoffwissenschaften nach Berlin. Sein Interesse an der Beschaffenheit von Metallen führte den vielfältig künstlerisch interes- sierten Naturwissenschaftler aber schließlich zur Kunst, wo er zu einer eigenständigen Formensprache fand. Die künstlerische Ausbildung erfolgte beim Bildhauer Volkmar Haase (1930 – 2012), mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit und ein intensiver künstlerischer Austausch verband. Ab 1986 bis zu seinem Tod war Karl Menzen freischaffender Bildhauer in Berlin .
Künstlerisch beschäftigte er sich anfangs mit so unterschiedlichen Materialien wie Holz, Metall und Stein, konzentrierte sich später jedoch – bedingt durch den Umzug seines Ateliers nach Berlin-Neukölln – auf die Verwendung von Stahl- arten in unterschiedlichen Legierungen. Bei der Umsetzung seiner fließenden, oft tänzerisch wirkenden Großskulpturen kam ihm die genaue Kenntnis der physikalischen Beschaffenheit des verwendeten Materials zu Gute. Es entstanden großformatige Skulpturen zur Aufstellung im öffentlichen Raum und als bauplastischer Schmuck sowie Beiträge im Rahmen von Symposien und Wettbewerben. Häufig sind die einmal gefundenen Kompositionen in unterschied- lichen Größen und zum Teil auch in verschiedenen Legierungen ausgeführt worden.
Karl Menzen arbeitete weitgehend ungegenständlich bzw. konkret. Entsprechend ist sein Werk durch formale ästhetische Parameter bestimmt. Figürliche Skulpturen im eigentlichen Sinne gibt es nicht, obwohl einige Werke durchaus ein menschliches Maß haben oder an Bewegungsabläufe erinnern.
Text: Kulturstiftung Schloss Britz (Auszug)
Plastiken von Karl Menzen im öffentlichen Raum finden sich u. a. in Berlin, Salzgitter, Radebeul, Gröditz (Sachsen), auf dem Kunstwanderweg Hoher Fläming, dem Skulpturen Boulevard Hohen Neuendorf und im Skulpturenpark Schloss Gottorf (Schleswig-Holstein).
Impressionen von der Vernissage am 25.Juli 2025





